Musik in Corona-Zeiten

Sonntag, 18 Uhr: Natürlich hört man wieder einige Musikanten beim Balkonspielen. „Ohne diesen Termin wäre es schlecht um meinen Ansatz bestellt“, meinte kürzlich eine Musikerin ehrlich. Und als ob Dirigent Jürgen Mehrbrei das gehört hat, gab er an das Notenwartteam den Auftrag neue Noten zur Verteilung vorzubereiten. Also gingen Martina Droll und Wolfgang Mark an die Arbeit. Antonia Kopp, Leonie Pfau und Ann-Kathrin Roth verteilten die Notenpäckchen im ganzen Dorf an die Musiker. Eines ging per Post fort. Jetzt haben die Aktiven „Stoff“, um ihren Ansatz aufzubauen und dann wieder einen Auftritt rauszuhauen wie letztes Jahr in Egelfingen-Emerfeld (Foto). Der Konzertmarsch „Abel Tasman“ (von den „Schwindligen 15“) hat es in sich. Leichter kommt da die Polka „Aus der Heimat“ daher, die das Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ verwendet. Neu im Repertoire ist die „Bodensee-Polka“, eine Spende von Franz Sucher zu seinem 70. Geburtstag. Als Gesangssolo von Amira Vollmer ist „I dreamed a dream“ aus dem Musical „Les Misérables“ verteilt. Es kann auch alternativ als Instrumentalsolo gespielt werden. Passend zur Sommerzeit ist der Dixie „Ice Cream“ von Jürgen Mehrbrei ausgewählt worden. Im Marschheftchen gab es auch eine Veränderung: Anstelle des „Alte Kameraden“-Marsches kommt die Polka „Von Freund zu Freund“ rein. Das ist eine Notenspende von Joachim Droll, die er zu seinem Abschied als Dirigent 2015 machte.

Corona-Zwiebeln

Corona-Zwiebeln? Mit einem leichten Lächeln hält Alois Burgert seine Ziwwle in die Kamera. „Do wachse 200 Stück“, die er im beheizten Gewächshaus gezogen hat. Jetzt sind sie so gut gediehen, dass er sie am Samstag, 9. Mai, an interessierte Fautenbacher verschenken will. Den ganzen Tag über können sie bei ihm in der Weststraße 34 abgeholt werden. Denn es ist für das Musikvereins-Ehrenmitglied eine Herzensangelegenheit, dass der Ziwwl-Köningin-Wettbewerb auch wieder am Sonntag, 12. Oktober, stattfindet. Natürlich sind es keine Corona-Zwiebeln. Es ist eine spezielle Sorte. Und er wünscht sich, dass die eine oder andere den Weg auf die Waage am Sonntagvormittag findet, um die Ziwwl-Königin unter sich auszumachen.

Rückblick 1. Mai

Doch, das eine oder andere Mai-Lied war am 1. Mai im Dorf zu hören. Auch wenn die Musiker „privat“ unterwegs waren, kamen sie mit dem Mailied bestens an. Je nach Familienbesetzung kam dann noch eine Polka oder ein Marsch dazu. Anders als sonst, aber eben am 1. Mai

Klopapier-Challenge

 

Besondere Herausforderung: Die Fautenbacher Musiker wurden von den Önsbachern aufgefordert ein Video rund ums Thema Klopapier zu drehen. Ein 400-Sekunden-Film aus 25 Clips gelang und ist auf den digitalen Kanälen (Facebook und Instagram) des Musikvereins zu finden.

 

Die Klopapier-Challenge

Was ist da los, wenn der „Frau Vorstand“ mitten im „Geschäft“ das Klopapier geklaut wird und der Ziege anschließend als Futter dient, wenn der Dirigent bei seiner „Sitzung“ nur eine leere Rolle (Klopapier) vorfindet oder „wegen fehlendem Klopapier“ die Probe ausfällt? Der Musikverein Fautenbach wurde von seinem Partnerverein eingeladen. Naja, eingeladen ist höflich formuliert. Die Önsbacher Musiker verlangten 30 Liter Bier oder man müsse ein Video innerhalb von 48 Stunden zum Thema Klopapier und Musik drehen – eine Challenge also. Die „Einladung“ flatterte als toll gedrehtes Video der „Hellaue“-Musiker auf die Handys, Tablets, Laptops und PCs der Ziwwlwängscht. Zunächst Funkstille. Sprachlosigkeit. Dann entwickelte ein Musiker ein Drehbuch zur Situation „Mir hän kei Klopapier me“. Danach „explodierten“ die kreativen Musikanten förmlich. Die Ideen sprudelten. Kurze Videoclips amüsierten die Kameradinnen und Kameraden in schneller Abfolge. Bis abends waren alle Drehs an Niclas Kiefer gemeldet. Der Jungmusiker meinte: „Wenn es keinen Hollywood-Blockbuster geben soll, kann ich die Szenen schneiden.“ Wow. Was für eine Leistung, die bewegten Bilder so zusammen zu packen, dass die Musik aus „Westside Story“ (Aufnahme aus dem Jahreskonzert 2019) perfekt passte. „Mega cooles Video“, „Super gemacht“, „Geiler Verein“, „Ich bin begeistert“ – so lauten einige Jubelbemerkungen der Fautenbacher zum Endprodukt. Das haben die Önsbacher mittlerweile erhalten. Und auch die Musiker aus Oberachern, Sasbach und Wangen am See, verbunden mit der Frage „Habt ihr noch Klopapier?“ Jetzt sind die Fautenbacher gespannt, ob und was die drei Vereine „on Air“ stellen. Der „Film-Sonntag“ zeigte aber auch, wie sehr sich die Musiker vermissen. 

1. Mai

Ein Foto wie dieses vom letzten 1. Mai-Spielen (2019) wird es am Corona-Maifeiertag nicht geben. Der Musikverein sagt die offizielle Mai-Tour durchs Dorf ab. Es können leider nicht die geforderten Vorschriften eingehalten werden, wenn man an der Tradition der „Stationen“ und am „zu-Fuß-durchs-Dorf“-Marschieren festhalten wolle, sagt der Vorstand. 

 

Klare Vorgabe des Bundes Deutscher Blasmusikverbände. Am 1. Mai gilt die Landesverordnung: „Aktuell darf man im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts unterwegs sein.“ Ansammlungen im nichtöffentlichen Raum (also auf privatem Gelände) mit mehr als fünf Personen bleiben grundsätzlich verboten. Ausgenommen sind unter anderem in gerader Linie Verwandte, heißt es weiter. Daraus folgt für den Musikverein, dass die bisherige Form des 1. Mai-Spielens nicht sein kann. Die Vorstandschaft hat die Musiker aber animiert, um 18 Uhr (wie an den vergangenen Sonntagen) an den Fenstern, auf Terrassen und Balkonen zu musizieren.