Blasmusik in Fautenbach

Blasmusik in Fautenbach“ hätte es am Samstag, 4. April, geheißen. Dafür Tristesse in den Reihen der Musiker. Unter den Klarinettistinnen nicht ganz. Die verabredeten sich via Skype am Laptop zu einer „After-Konzert-Party“: Klarinette in der Hand, Uniform angezogen und dann Prost! „Wenn wir uns in echt schon nicht sehen konnten, dachten wir, wir machen eben ein ‚Heimkonzert‘.“ Die Idee erntete tosenden digitalen Beifall in der Musikvereinsgruppe. Dort waren am Sonntagabend auch diejenigen zu sehen und zu hören, die das „Badnerlied“ um 18 Uhr spielten. Am „Burgert-Eck“ wurde dazu gesungen und in der Turnierstraße verbanden sich die „schrägen Nachbarn“ (Manz/Mark) zum Ensemble über „d’Stroß niwwer“. Das Musikmachen ruht also nicht ganz und man darf wieder gespannt sein, was am Ostersonntag passiert.

Wir bleiben Zuhause

So kreativ, wie die Jugendblaskapelle Fautenbach-Önsbach, kann man mit der Corona-Krise auch umgehen. Musiker fordern: „Wir bleiben zuhause – bleibt ihr es bitte auch“.

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Da ließ sich Opa Gerhard Burgert nicht lumpen. Als am vergangenen Sonntag Musiker bundesweit eingeladen waren, das Bonhoeffer-Lied zu spielen, mischte auch das Musikvereins-Ehrenmitglied um 18 Uhr mit. Mit Sohn und Enkeln hörte man ihn Open-Air. Aus Wohnungen, Fenstern, von Balkonen, Terrassen schallten Posaunen, Trompeten, Flügelhörner, Flöten, Klarinetten, auch zur „Ode an die Freude“, bei der der letzten Beckenschlag auch gern mal mittels Schraubenzieher an ein Glas erfolgen kann.

Musik-Flashmob

Alle Menschen werden Brüder“ ertönte in unterschiedlichsten Besetzungen am Sonntag, 22. März, 18 Uhr, in Fautenbach. Es wurde aus Fenstern geblasen, die Kochtopfdeckel als finaler Beckenschlag verwendet, eine Familie blies Oma und Opa ein Ständchen (Foto: v.r. Eleni, Bernd, Mika und Loris Burgert), Flötentöne erklangen, Kinder tanzten auf die Musik. Beethovens „Ode an die Freude“ ist ein Klassiker und war bestens dafür geeignet, in dieser Krisenzeit ein Hoffnungs- und Lebenszeichen und ein Zeichen des Zusammengehörens zu sein. Dem Aufruf folgten unzählige Musiker aus ganz Deutschland und eben auch Fautenbacher. Am Sonntag, 29. März wird ab 18:00 Uhr „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ erklingen. Also lohnt es sich aufmerksam zu lauschen.

Rückblick Hauptversammlungen

Hochgeschwindigkeit beim Förderverein des Fautenbacher Musikvereins. In 27 Minuten brachte Vorsitzender Daniel Hennig die Hauptversammlung über die Bühne, obwohl es um zwei Geschäftsjahre ging. Finanzchef Robert Droll, der von Annik Obrecht für 2019 das Amt provisorisch übernommen hatte, berichtete von Förderbeträgen, die an den Hauptverein überwiesen werden konnten. „Somit haben wir den Satzungszweck voll erfüllt“, unterstrich der wiedergewählte Daniel Hennig. Robert Droll folgt Annik Obrecht (Kassierer), Johannes Schneider bleibt Schriftführer. Die Kasse hatte Ortschaftsrätin Samira Wäldele geprüft. Der aus beruflichen Gründen scheidenden Kassiererin galt großer Dank.

 

 

Mit feinen Saxofonklängen von Amira Vollmer und Martin Längle wurde die Versammlung des Musikvereins umrahmt, die vom Vorstandsteam Theresa Bauer und Roland Burst souverän im Gasthaus Wagen geleitet wurde. Nach dem Totengedenken porträtierte Protokollführerin Petra Kopp minutiös den Verein: 155 Personen seien musikalisch tätig, so die Musikkapelle (79 Aktive, Leitung Jürgen Mehrbrei, Vize Maximilian Droll und Carmelo Scalisi), Jugendblaskapelle Fautenbach-Önsbach (62, Verena Bahls), Vororchester (10, Roland Burst), Rentnerbänd (18, Joachim Droll), Perplex (24, Erik Sucher) sowie Blockflöten und MiMuMäuse. Die gute Jugendarbeit komme auch bei den erzielten Jungmusikerleistungsabzeichen zum Ausdruck: sechs holten das Junior, zehn das Bronzene und sechs das Silberne, elf wechselten in die Musikkapelle, was eine fünfstellige Investition bei den Uniformen zur Konsequenz hatte. Doch diese Kosten und viele Positionen im ideellen Bereich (alles rund ums Musizieren), im steuerbegünstigten Zweckbetrieb sowie im wirtschaftlichen, steuerpflichtigen Geschäftsbetrieb (unter anderem das Ziwwl-Fest) hatte Kassiererin Claudia Lederer, unterstützt von Vanessa Burgert, fein säuberlich aufgelistet und erklärt: „Wir brauchen unsere Rücklagen für weitere Uniformen, ein neues Schlagzeug, Maßnahmen im Probelokal und besondere musikalische Aufgaben.“ Für ihren Rückblick holten Theresa Bauer und Roland Burst via Fotos Erinnerungen an Personen und bedeutende Auftritte auf die Leinwand, wie Konzerte, Ziwwl-Feste, das Gastspiel mit Zapfenstreich in Durmersheim oder der interne Sommerhock mit Ensemble-Vorspiel. Phänomenales gelinge der Perplexband, so holte Erik Sucher den Jazz-Trompeter Joo Kraus in den Wagen-Saal. Sie lobten den guten Geist im Verein, denn es gelte immer „gemeinsam statt einsam“.

 

 

Zügig und reibungslos verlief die Wahlhandlung unter der Leitung von Ortsvorsteher Rainer Ganter (r.), assistiert von Petra Kopp, Kristina Kiesel und Matthias Burgert.

 

 

Die neue Vorstandschaft des Musikvereins Fautenbach besteht aus folgenden gewählten Personen (v.l.)

Claudia Lederer (Kassiererin), Petra Kopp (Protokollführerin), Vanessa Burgert (stellv. Kassiererin), Martin Längle (Leiter Bläserjugend), Nina Decker (Leiterin Bläserjugend), Roland Burst (Vorsitzender), Heike Zimmer (Beisitzerin), Otmar Schweißgut (Beisitzer), Kristina Kiesel (Schriftführerin), Gabriel Genter (Beisitzer), Carolin Serr (Beisitzerin), Clemens Burgert (Beisitzer), Theresa Bauer (Vorsitzende).

 

Dem Wunsch des Finanzamtes auf Satzungsänderung kam die Versammlung einstimmig nach. Mit der theoretischen Frage „Was wäre ein Dorf ohne Musikverein?“ setzte sich Ortsvorsteher Rainer Ganter auseinander und endete: „Ich erlebe in euerm Verein eine Begeisterung. Es tut gut, wenn so Käpsele am Werk sind.“

 

 

Große Wertschätzung für langjährige Musikanten in der Hauptversammlung. Alle Geehrten werden beim Jahreskonzert (4.4.2020) im Programmheft ausführlich gewürdigt.

Erik Sucher (30 Jahre), Juliane Sucher (20), Theresa Bauer (Vorsitzende), Iris Dilzer (20), Verena Bahls (20), Roland Burst (Vorsitzender), Kristina Kiesel (20), Annik Obrecht (10), Heike Zimmer (20), Katharina Mark (10), Martina Droll (10), Wolfgang Mark (50), Carmelo Scalisi (25).