60. Geburtstag

Als Joachim Droll am 28. März 2015 seinen Abschied als Dirigent vom Musikverein Fautenbach nahm, ging eine 20-jährige Ära zu Ende. Das Ehrenmitglied blieb als Trompeter und Leiter der Rentnerbänd dem Verein erhalten. Sein bedingungsloser Einsatz für die Blasmusik in Fautenbach ist beispielhaft. Und weil die Musiker wissen, was sie an Joachim Droll haben, kamen viele Ständchen-willige Musikanten „einfach so“ in den Waldweg. Anlässlich seines 60. Geburtstages wurde es ein „päpriges“ Freudenfest. Vorstand Roland Burst (l.) überreichte eine Schwarzwälder Kirschtorte. Foto: Musikverein

runder Geburtstag

Vielen Dank für die schöne Musik“, strahlt Claudia Lederer. Von „Klänge der Heimat“ bis zum Böhmischen Traum reicht der Bogen des Geburtstagsständchens für die Klarinettistin und Saxofonistin. Weithin sichtbar prangt die 50 auf der Dekoration am Haus. Deshalb sammelt Joachim Droll aus den Reihen der Rentnerbänd, in der die langjährige Kassiererin auch mitspielt, „ä paar Alte“, um musikalisch zu gratulieren. Das ist nichts Offizielles, einfach „nur so“. Die Musik geht ins Blut, rhythmisches Klatschen fördert bei trockener Kälte die Durchblutung, ein paar Nachbarn freut es auch. Alle bleiben auf Distanz. Auch hier ist sie wieder spürbar – die Bedeutung, dass sich Menschen begegnen: Kurz, mit Musik, einem flotten Spruch und einem Gläschen zum Anstoßen.

Anerkennung vom Gemeindechef

In seiner kurzen Neujahrsansprache anerkannte Ortsvorsteher Rainer Ganter das Wirken des Musikvereins im Pandemiejahr 2021. Er hob in der Pfarrkirche St. Bernhard, wo ein stark reduzierter „Neujahrsempfang“ stattfand, die musikalischen Aktivitäten im Dorf und somit für die ganze Gemeinde hervor: Musizieren zu verschiedenen Anlässen, wie auf dem Foto beim Adventsmusizieren am 18. Dezember (Foto: privat), und die beiden Konzerte auf dem Bolzplatz. Weil Musik die Menschen verbinde, so das Vorstandsduo Theresa Bauer und Roland Burst, werde man im Rahmen des Möglichen auch in diesem Jahr zur Freude aller Blasmusik im Dorf lebendig werden lassen.

Blasmusik mit Handbremse

In die Vollen konnten die Aktiven des Musikvereins und der Jugendblaskapelle Fautenbach-Önsbach in diesem Jahr gewiss nicht gehen. Zu einschränkend waren die Bedingungen. So musste man sieben Monate lang warten, um bei der Erstkommunion wieder live musizieren zu dürfen. Umso erfreulicher waren die Gelegenheiten, wenn die Blasmusik in ihrer ursprünglichen Form erklingen durfte. Bei diesen Anlässen war es sehr wohltuend zu spüren, dass „man gern gehört wird“. Zwei Open-Air-Konzerte bildeten ganz klar die Höhepunkte. Ensemble-Musik gab es am 1. Mai (private Initiative) und zum vierten Advent. Ein Schnuppertag lockte viele interessierte Kinder ins Probelokal. Die Umrahmung der Musikerhochzeit (Natalie und Florian Haag) mit Taufe klappte sehr gut und auch die Gottesdienste in St. Bernhard waren wertvolle Aufgaben. Kameradschaftlich leuchtet die Radwanderung zum Weingut Bohnert hervor. Auch an den digitalen Treffen (Schmutziger Donnerstag und Konzert) hatte man seine Freude, wie auch am Aufenthalt in Wangen (privat) mit Konzerten des Spontanorchesters Wangen-Fautenbach. Die Jugendblaskapelle hätte gern ihr 20-Jähriges gefeiert. Dafür konnte das 38. Ziwwl-Fest wenigstens als Hock mit sehr guter Resonanz über die Bühne gehen. „Nächstes Jahr ist der Musikverein 130 Jahre alt“, so das Vorstandsteam Theresa Bauer und Roland Burst. Man werde zunächst einmal „Blasmusik mit Handbremse“ planen, habe aber auch wichtige Ereignisse im Blick. „Bald haben wir ein verrücktes Blasmusikjahr hinter uns gebracht, das wie 2020 in die Annalen eingehen wird. Wir danken allen Freunden und Gönnern für alle Unterstützung.“